frischer und
bewusster essen


Vorstellung eines familienbetriebenen Demeterhofes

Helga Decker und ihr Sohn Christoph Decker führen gemeinsam mit großer Hingabe und Leidenschaft einen großen Bio-Familienbetrieb in Baden-Württenberg, welcher ein sehr breites Aufgabenspektrum beinhaltet.

Während Helga Decker für die inzwischen 4 Bio-Läden (den Hofladen mitgerechnet) verantwortlich ist und nebenbei den Südwestfunk im Rahmen der TV Landfrauen-Sendungen "Lecker aufs Land" mit ihren köstlich-kreativen vegetarischen Rezepten begeistert, ist Christoph Decker verantwortlich für die Demeter-Gärtnerei und den daran gekoppelten Ökokisten-Lieferservice.

Mutter und Sohn bilden ein bewundernswertes Team und bewirtschaften mit rund 12 MitarbeiterInnen ihren Bio-Betrieb.

Ein besonders schönes Projekt sind die regelmäßigen, auf dem Demeter-Hof angebotenen Erlebnispädagogik-Tage für Kinder.

Hier können Kinder durch Sehen - Fühlen - Schmecken - Riechen - Tasten herausfinden, wie beispielsweise Mangold oder Fenchel aussieht oder wie Rucola schmeckt und vieles mehr. Eltern berichten häufig begeistert, dass ihre Kinder nach den Tagen auf dem Decker-Hof plötzlich Gemüse gut finden!

Konsumenten scheint der Unterschied zwischen den einzelnen Bio-Zertifizierungen oftmals nicht ganz klar zu sein. Meine Beobachtung ist, dass viele Verbraucher der Meinung sind: Demeter sei die beste und strikteste Form der Bio-Zertifizierung. Warum das so ist, was die Kriterien sind, wissen viele nicht zu beantworten. Was genau ist das besondere am Demeter-Anbau?

Der Demeter Anbau gilt heute als konsequenteste und nachhaltigste Form der Landbewirtschaftung. Die Basis ist ein ausgeglichenes Zusammenspiel von Menschen, Tieren und Pflanzen. Weltweit sind Demeterhöfe sehr vielseitig. Ihre Philosophie ist eine Einheit von Tierhaltung und Pflanzenbau, die sich selbst trägt.

Sowohl in der Erzeugung von Lebensmitteln als auch in der Verarbeitung und dem Handel gelten für Demeterprodukte höchste Qualitätsstandards. Nicht nur der Verzicht auf Einsatz von synthetischem Dünger, chemischen Pflanzenschutzmitteln und gentechnisch verändertem Saatgut, sondern auch eine gezielte Verbesserung der Lebensprozesse im Boden und in der Nahrung sind wichtige Richtlinien beim Demeter Anbau. Artgerechte Tierhaltung und schonende Verarbeitung der Lebensmittel ohne künstliche Zusätze sind selbstverständlich.

Lebensmittel zu produzieren, die das Wohlbefinden des Menschen in umfassender Weise fördern, ist das zentrale Anliegen der Demeter-Markengemeinschaft.

Das Demeter Verfahren geht ursprünglich auf Rudolf Steiner zurück – wie viel von Steiners damaligen Vorgaben ist heute noch in einem Demeter-Produkt? Wie streng sind die Vorgaben?

Die meisten von Steiners Ansätzen sind in den Demeter Richtlinien heute noch präsent. Viele sind weiterentwickelt worden und der heutigen Zeit und Landwirtschaftsform angepasst. Die Grundsatzvorgaben müssen zu 100% eingehalten werden, um das Demeter Zeichen zu nutzen. Darüber hinaus gibt es noch viele Empfehlungen und Anregungen des Verbandes für Themen, die in den Mitgliedsbetrieben umgesetzt werden sollen.

Ist der landwirtschaftliche Alltag sehr anstrengend ? Was inspiriert dich, worin liegt für dich die Erfüllung?

Das landwirtschaftliche Leben auf unserem Hof kann man durchaus als anstrengend bezeichnen, da die Arbeit sehr viel ist und gerade in der Hochsaison nicht nur die körperliche Tätigkeit, sondern auch die Länge eines Arbeitstages außerordentlich ist.

Auch im Winter haben wir viel zu tun, da unser Betrieb sehr vielseitig ist. Der Arbeitsbereich ändert sich dann einfach.

Das Erfüllende an dieser Arbeit für mich ist, das ich das Entstehen und Produzieren eines gesunden Lebensmittels vom Samenkorn bis zum Endprodukt beim Kunden begleite und mit dieser Form der Landwirtschaft die Zukunft für meine und andere Familien sichere.

Mit welchen Ansätzen ist diese Welt Deiner Meinung nach "noch zu retten"?

Da jeder Einzelne nur begrenzte Möglichkeiten hat, etwas zu ändern, ist es meines Erachtens wichtig, dass man sich über viele Themen austauscht und sich in Interessengruppen organisiert, um aktiv für seine Inhalte einzustehen.

Ist das alles Sache der Politiker sowie großer Organisationen oder kann jeder Einzelne etwas Nennenswertes beitragen?

Sowohl die Politiker und großen Organisationen als auch jeder Einzelne muss seinen Teil dazu beitragen, unsere Welt Stück für Stück zu verbessern. Jeder Einzelne hat die Möglichkeit, sich politisch oder in Organisationen zu engagieren und kann somit seine Gedanken und Wünsche dorthin tragen und daran arbeiten.

Was treibt Dich persönlich an? Welches ist Dein ganz persönlicher Ansatz?

Mein Ziel ist es, ein sinnhaftes und erfülltes Leben zu haben. Ich möchte gesunde Lebensmittel für mich und meine Mitmenschen anbauen und unseren Nachfolgern die Möglichkeit geben, dies auf unseren Böden weiterzuführen.

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