frischer und
bewusster essen


Giersch

Giersch (der botanische Name lautet Aegopodium podograria), von vielen Gärtnern als Unkraut bezeichnet, ist eigentlich ein bekömmliches und feines Wildgemüse. Er gehört zur Familie der Doldenblütler und verbreitet sich gern und gut, auch unterirdisch durch seine Triebe – daher provoziert er häufig Unmut in den Gärten. Hat er sich einmal festgesetzt, ist er nur unter größtem Aufwand wieder zu entfernen. Und auch das gelingt oft nicht.

Der Giersch bevorzugt stickstoffreiche Böden in halbsonniger - schattiger Umgebung. Bodennahe Blätter können auch im Winter überdauern, was zu einige grünen Lichtpunkten in der dunklen Jahreszeit beitragen kann.

Die Pflanze ist außerdem auch unter dem Namen „Zipperleinskraut“ bekannt, was auf die frühere Verwendung bei Gicht hinweist. Wissenschaftlich nachgewiesen wurde die Wirkung jedoch noch nicht.

Besonders die jungen Triebe eignen sich hervorragend als Zutat bei grünen Salaten oder auch für grüne Smoothies, die Blätter können auch als Gemüse (ähnlich wie Spinat in der Zubereitung) verwendet werden. Die Stiele sollten jedoch bei den älteren Blättern unbedingt entfernt werden, da sie viele Bitterstoffe enthalten. Ältere Triebe eignen sich außerdem auch zur Teezubereitung. Sogar die Blüten können verwendet werden.

Die Erntezeit findet statt zwischen April und Juni, teilweise auch länger. Der Nährstoffgehalt kann, wie bei allen Wildkräutern und Pflanzen, starke Schwankungen aufweisen. Dies ist in erster Linie abhängig von den Böden, aber auch klimatisch bedingt.

Ein Forscherteam hat den Vitamin-C-Gehalt zweier Jahrgänge verglichen: 1998 wies Giersch einen Gehalt von 835 mg/kg Frischsubstanz auf, ein Jahr später waren es 1244 mg/kg Frischsubstanz. Dies zeigt die deutliche Spannbreite, welche sogar bei gleichen Standorten bestehen kann.

Wildkräuter besitzen prinzipiell einen hohen Anteil an sekundären Pflanzenstoffen (beispielsweise Saponine, Flavonoide und ätherische Öle). Mit ihrem zusätzlich hohen Mineralstoffgehalt, Vitaminen und Spurenelementen sind sie eine günstige, frische und gesunde Ergänzung und dürfen ruhig häufiger auf dem Speiseplan erscheinen.

Mit 39 kcal/100 g ist er naturgemäß ein Energieleichtgewicht, der Kohlenhydrat- und Fettanteil liegt bei weniger als 1g/100 g Frischsubstanz.

Auch beim Giersch kann eine Verwechslungsgefahr mit potentiell giftigen Pflanzen bestehen: nämlich dem Schierling.

Ansonsten steht dem Genuss nichts mehr im Weg!

Noch ein kleiner Hinweis: regelmäßiges Ernten ist auch eine Möglichkeit, die Ausbreitung der Pflanze zu verhindern...

Rezepte mit Giersch findest du hier.

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