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Mangan

Für Enzymaktivität und Knochen

Mangan gehör zur Gruppe der Spurenelemente. Der Körper eines Erwachsenen entählt etwa 12-20 mg Mangan, welches v. a. in Knochen, Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse gespeichert wird.

Welche Funktionen hat Mangan?

Mangan ist essentieller Bestandteil bzw. Aktivator verschiedener Enzyme im Kohlenhydrat-, Aminosäure- und Harnstoffstoffwechsel. Über die Superoxiddismutase ist Mangan an der antioxidativen Zellentgiftung beteiligt. Auch bei einer Vielzahl weiterer Enzyme wirkt Mangan als Aktivator, kann dort aber auch durch andere Metallionen (v. a. Magnesium) ersetzt werden. Bei den Gylkosyltransferasen, die am Knochen- und Knorpelstoffwechsel beteiligt sind, wirkt Mangan jedoch am effektivsten.

Wie viel Mangan sollte täglich aufgenommen werden?

Der Schätzwert für die angemessene Manganzufuhr liegt laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei 2-5 mg pro Tag für Erwachsene (Tabelle 1). Der Wert ist aus der durchschnittlichen Aufnahme mit der Nahrung abgeleitet. Eine sichere Höchstmenge kann gemäß Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) aufgrund fehlender Daten bislang nicht festgelegt werden (1).

Tabelle 1: Schätzwerte für eine angemessene Manganzufuhr (2)

Alter Mangan (mg/Tag)
Säuglinge
0 bis unter 4 Monate k. A.
4 bis unter 12 Monate 0,6 - 1,0
Kinder
1 bis unter 4 Jahre 1,0 - 1,5
4 bis unter 7 Jahre 1,5 - 2,0
7 bis unter 10 Jahre 2,0 - 3,0
10 bis unter 15 Jahre 2,0 - 5,0
Jugendliche und Erwachsene 2,0 - 5,0

k. A. = keine Angabe

In welchen Lebensmitteln ist Mangan enthalten?

Vor allem pflanzliche Lebensmittel wie Vollkorngetreide, Leguminosen, Blattgemüse, Obst und Knollen sind reich an Mangan. Auch schwarzer Tee enthält große Mengen des Spurenelements (Tabelle 2). In tierischen Lebensmitteln ist hingegen kaum Mangan zu finden.

Tabelle 2: Mangangehalt vegetarischer Lebensmittel (Auswahl) (3)

Lebensmittel Mangan (mg/100g)
Tee, schwarz (getrocknet) 73,0
Haferflocken (Vollkorn) 4,5
Dinkelmehl (Vollkorn) 3,3
Amaranth 3,0
Quinoa 2,8
Kichererbsen (getrocknet) 2,7
Weizenvollkornbrot 1,5
Linsen (getrocknet) 1,5
Birkenpilz (roh) 0,74
Grünkohl (roh) 0,55
Johannisbeeren (roh) 0,24
Süßkartoffel (roh) 0,24
Kopfsalat (roh) 0,18
Rotkohl (roh) 0,16
Aprikose (roh) 0,17
Edamer (45 % Fett i. Tr.) 0,03

Worauf sollte geachtet werden?

Wie die meisten anderen Mineralstoffe befindet sich auch Mangan in den Randschichten des Getreidekorns. Daher sollten Vollkornprodukte bevorzugt werden. Verluste bei der Zubereitung können verringert werden, wenn Gemüse möglichst kurz gewässert und in Dampf gegart bzw. das Kochwasser weiter verwendet wird.

Wie äußert sich ein Manganmangel?

Ein Manganmangel beim Menschen wurde bisher nur unter experimentellen Bedingungen und bei künstlicher (parenteraler) Ernährung beobachtet. Da der Mangel in Kombination mit anderen Nährstoffmängeln auftrat, sind bisher keine spezifischen Manganmangelsymptome bekannt.

Wie sind Vegetarier und Veganer mit Mangan versorgt?

Da Mangan vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt, können Vegetarier und Veganer ihren Manganbedarf ausreichend decken. Aber auch in der Allgemeinbevölkerung ist die Manganzufuhr gesichert. Die wenigen vorliegenden Studien ermittelten bei Vegetariern eine deutlich höhere Manganzufuhr als bei Mischköstlern (4).

Fazit

Mangan kommt hauptsächlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Die Bedarfsdeckung gestaltet sich sowohl für Vegetarier und Veganer als auch für Mischköstler unproblematisch.

 

Interessante Fakten zu Mangan

  • Manganoxide wie Braunstein wurden als schwarze Farbpigmente bereits vor über 17.000 Jahren in Höhlenmalereien verwendet.

  • Mangan wurde aufgrund des lateinischen Wortes für Braunstein magnesia nigra zunächst als Magnesium bezeichnet. Nach der Entdeckung des Magnesiums wurde es in Manganesium umbenannt. Erst nach 1830 setzte sich im Deutschen der heutige Begriff Mangan durch.

  • Im Jahr 1958 postuliert der griechisch-amerikanische Mediziner George Constantin Cotzias, dass Mangan für den Menschen essentiell ist.

  • Chronische Belastung mit Manganstaub führte bei Minenarbeitern sowie Arbeitern in der Metallindustrie zu schweren psychischen Störungen, deren Symptome dem Parkinson-Syndrom gleichen (5). Auch bei stark manganhaltigem Trinkwasser und bei langjähriger Einnahme von Mangansupplementen wurden Manganintoxikationen beobachtet (6).

Literatur

1   Scientific Committee on Food (SCF) (2006): Tolerable upper intake levels for vitamins and minerals. Brussels, p. 63
2 Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE) (2015): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Neuer Umschau Buchverlag, Neustadt a. d. Weinstraße, 2. Aufl.
3 Elmadfa I, Aign W, Muskat E, Fritzsche D (2012): Die große GU Nährwert Kalorien Tabelle. Gräfe und Unzer, München, 2. Aufl.
4 Leitzmann C, Keller M (2013): Vegetarische Ernährung. Ulmer, Stuttgart, 3. Aufl. S. 211
5 O'Neal SL, Zheng W (2015): Manganese toxicity upon overexposure: a decade in review. Curr Environ Health Rep 2 (3), 315-328
6 Elmadfa I, Leitzmann C (2015): Ernährung des Menschen. Ulmer, Stuttgart, 5. Aufl. S. 329