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Kupfer

Für Blutbildung und antioxidative Abwehr

Kupfer zählt zu den Spurenelementen. Der Körperbestand eines Erwachsenen beträgt etwa 100 mg, die sich hauptsächlich in Muskulatur und Skelett befinden. Hohe Gehalte an Kupfer weisen außerdem Leber, Gehirn, Herz und Nieren auf.

Welche Funktionen hat Kupfer?

Kupfer ist als Cofaktor an zahlreichen enzymatischen Stoffwechselprozessen beteiligt. Ein wichtiges kupferhaltiges Enzym ist das Caeruloplasmin, es katalysiert im Blut die Oxidation von Eisen2+ zu Eisen3+ und macht es dadurch für die Hämoglobinsynthese verfügbar. Somit ist Kupfer essentiell für den Eisentransport und -stoffwechsel sowie für die Bildung roter Blutkörperchen. Außerdem spielt es eine Rolle bei der Synthese von Bindegewebe, Melanin (Pigment u. a. von Haut und Haaren) und Neurotransmittern sowie bei der antioxidativen Abwehr.

Wie viel Kupfer sollte täglich aufgenommen werden?

Der genaue Kupferbedarf des Menschen ist nicht bekannt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schätzt die angemessene Kupferzufuhr für Erwachsene auf 1,0 bis 1,5 mg/Tag (Tabelle 1) (1). Die sichere Höchstmenge für Erwachsene liegt laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bei 5 mg/Tag. Diese Höchstmenge gilt nicht für Schwangere oder stillende Frauen. Aufgrund fehlender Daten kann hier keine sichere Höchstmenge festgelegt werden (2).

Tabelle 1: Schätzwerte für eine angemessene Kupferzufuhr (1; 2)

Alter Kupfer (mg/Tag) Tolerable Upper
Intake Level (mg/Tag)
Säuglinge
0 bis unter 4 Monate 0,2-0,6 k.A.
4 bis unter 12 Monate 0,6-0,7 k.A.
Kinder
1 bis unter 4 Jahre 0,5-1,0 1,0
4 bis unter 7 Jahre 0,5-1,0 2,0
7 bis unter 10 Jahre 1,0-1,5 3,0a
10 bis unter 15 Jahre 1,0-1,5 4,0b
Jugendliche und Erwachsene 1,0-1,5 5,0

k.A. = keine Angabe; a 7-10 Jahre; b 11-17 Jahre

In welchen Lebensmitteln ist Kupfer enthalten?

Kupfer ist in Lebensmitteln weit verbreitet. Hohe Kupfergehalte finden sich in Innereien, aber auch in vielen pflanzlichen Lebensmitteln wie Nüssen, Kakao, Amaranth und Hülsenfrüchten (Tabelle 2).

Tabelle 2: Kupfergehalt vegetarischer Lebensmittel (Auswahl) (3)

Lebensmittel Kupfer (mg/100g)
Kakaopulver, schwach entölt 3,8
Cashewnuss 3,7
Tee, schwarz (getrocknet) 2,5
Amaranth 1,6
Emmentaler (45 % Fett i. Tr.) 1,5
Kürbiskerne 1,5
Schokolade, milchfrei, mind. 40 % Kakao 1,4
Appenzeller (50 % Fett i. Tr.) 1,3
Haselnuss 1,3
Paranuss 1,3
Walnusss 0,9
Mandel 0,9
Quinoa 0,8
Aprikosen (getrocknet) 0,8
Linsen 0,8
Hirse (geschält) 0,6
Buchweizen (geschält) 0,6
Haferflocken (Vollkorn) 0,5

Worauf sollte geachtet werden?

Wie andere Mineralstoffe ist Kupfer in den Randschichten des Getreidekorns konzentriert. Vollkornprodukte liefern daher mehr Kupfer als niedrig ausgemahlene Mehle oder Weißmehlprodukte.

Wie äußert sich ein Kupfermangel?

Ein ernährungsbedingter Kupfermangel kommt beim Menschen kaum vor. Durch langfristige künstliche (parenterale) Ernährung, bei Säuglingen mit einer einseitigen Kuhmilchernährung und bei seltenen genetischen Defekten kann sich jedoch ein Kupfermangel entwickeln. Zu den Symptomen zählen Anämie (Blutarmut), Immunschwäche, Knochen- und Blutgefäßveränderungen, erhöhte Blutcholesterinwerte, neurologische Beeinträchtigungen sowie die Entfärbung von Haut und Haaren.

Wie sind Vegetarier und Veganer mit Kupfer versorgt?

Die Bioverfügbarkeit von Kupfer aus einer vegetarischen Kost ist etwas geringer als aus einer Mischkost (33 % vs. 42 %). Dennoch zeigten Studien meist keine signifikanten Unterschiede der Blutkonzentrationen von Kupfer und Caeruloplasmin zwischen Vegetariern und Mischköstlern. Dies ist auf den höheren Kupfergehalt (etwa 50 % mehr) einer vegetarischen Kost gegenüber einer Mischkost zurückzuführen (4; 5). Da Kupfer in vielen Lebensmitteln vorkommt, gilt eine ausreichende Zufuhr in der Allgemeinbevölkerung in Deutschland als sichergestellt (6).

Fazit

Kupfer ist wichtig für die Blutbildung, den Aufbau des Bindegewebes und die antioxidative Abwehr. Da Kupfer in vielen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten ist, gestaltet sich die Bedarfsdeckung für Vegetarier und Veganer als auch für Mischköstler unproblematisch.

    

Interessante Fakten zu Kupfer

  • Kupfer zählt zusammen mit Silber, Gold und Zinn zu den ersten Metallen, die der Mensch nutzte. Da es leicht zu verarbeiten war, wurde Kupfer bereits um 8.000 v. Chr. verwendet.
  • Der lateinische Name cuprum ist abgeleitet von aes cyprium = Erz von der Insel Zypern, wo im Altertum Kupfer gewonnen wurde.

  • Im Jahr 1931 zeigte der US-amerikanische Arzt Hugh W. Josephs, dass die Behandlung anämischer Kinder mit Kupfer und Eisen wirkungsvoller war als mit Eisen alleine (7). Dies waren erste Hinweise auf die Essentialität von Kupfer für den Menschen.

  • Ein Kupfermangel beim Erwachsenen wurde erstmals 1974 durch den US-amerikanischen Arzt William M. Dunlop und Mitarbeiter beschrieben (8).

  • Akute Kupfervergiftungen wurden nach dem Konsum kontaminierter Lebensmittel und Getränke aus kupferhaltigen Behältnissen beobachtet (6).

Literatur

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE) (2015); Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Neuer Umschau Buchverlag, Neustadt a. d. Weinstraße, 2. Aufl.
2    Scientific Committee on Food (SCF) (2006): Tolerable upper intake levels for vitamins and minerals. Brussels, p. 209f
3 Elmadfa I, Aign W, Muskat E, Fritzsche D (2012): Die große GU Nährwert Kalorien Tabelle. Gräfe und Unzer, München, 2. Aufl.
4 Hunt JR, Vanderpool RA (2001): Apparent copper absorption from a vegetarian diet. Am J Clin Nutr 74 (6), 803-807
5 Hunt JR (2003): Bioavailability of iron, zinc, and other trace minerals from vegetarian diets. Am J Clin Nutr 78 (3 Suppl), 633S-639S
6 Hahn A, Ströhle A, Wolters M (2016): Ernährung. Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 3. Aufl. S. 347, 351
7 Josephs H (1931): Treatment of anaemia of infancy with iron and copper. Bull Johns Hopkins Hosp 49, 246-258
8 Dunlap WM, James GW, Hume DM (1974): Anemia and neutropenia caused by copper deciency. Ann Intern Med 80 (4), 470-476